SBYD.SPACE erforscht klimaneutrale und ressourcenschonende Lebens- und Produktionsweisen. Der Space transferiert Wissen aus der Nachhaltigkeitsforschung durch Design in die Gesellschaft und Wirtschaft. Die Fähigkeit des Designs, Theorien und abstrakte Konzepte greifbar zu machen – und in den Alltag zu übertragen – wird genutzt, um diese Theorien und Ideen in der Praxis zu erforschen, zu diskutieren und zu erproben.
SBYD.SPACE bindet verschiedene Zielgruppen und Kooperationspartner*innen in eine Reihe von Formaten ein, unter anderem Workshops, internationale Symposien, Ausstellungen, ein “Artist / Designer in Residence” Programm und die Unterstützung von unternehmerischen Vorhaben. Der Space befindet sich auf dem Campus Nord der Folkwang Universität der Künste auf dem Gelände des UNESCO-Welterbes Zollverein, einer ehemaligen Zeche im Ruhrgebiet – ein Ort, der symbolischer nicht sein könnte für die Transformation von Industrien, Lebensweisen und ganzen Regionen.
SBYD.SPACE vergibt jährlich Artist/Designer in Residence Stipendien.
Vom 01. März 2026 bis 31. Mai 2026 bietet die Folkwang Universität der Künste im Kooperation mit dem Goethe-Institut Mexiko zwei »Artist / Designer In Residence«-Stipendien zu den Themen »Food« und »Textile« für mexikanische Künstler*innen oder Designer*innen an. Die Bewerbungsfrist für diese Ausschreibung ist der 15. Dezember 2025. Einzelheiten zum Programm und zum Bewerbungsverfahren können in der PDF hier eingesehen werden.
SBYD.SPACE Residency 2025
Abschlusspräsentation und Artist Talk mit Li Actuallee und Vinay Khare
11.–14. Dezember, Gartensaal, Museum Folkwang, Essen
Eröffnung: 11. Dezember, 18 Uhr
Die Abschlusspräsentationen der SBYD.SPACE Residency 2025 zeigen die während der Residency entstandenen Arbeiten der indischen Künstler*innen Li Actuallee (Textiles) und Vinay Khare (Tech), die drei Monate an der Folkwang Universität der Künste ihre Arbeiten entwickelten.
Li Actuallee – STITCHPUNK: INFUSED / Labour as Resource
Lis Arbeit widmet sich unsichtbarer Arbeit und fragt, wie diese sichtbar gemacht werden kann. Mit Strick- und Häkeltechniken sowie eigens entwickelten Werkzeugen – etwa kohlebeschichteten Fingern oder Häkelnadeln mit Pigment – entstehen Textilien, die Spannung, Gestik, Ermüdung und Pausen aufzeichnen. Jeder Stich wird so zur Spur von Zeit, Arbeit und Körperlichkeit, das fertige Objekt zum Ort verkörperter Erinnerung.
Die Arbeit bezieht sich auf Marx’ Schriften zur entfremdeten Arbeit und zeitgenössische Kritiken der Craft-Ökonomien, die zeigen, dass Handwerker*innen heute ihre Identität und Zeit kommerzialisieren müssen. Durch die Kombination weicher Textiltechniken mit Pigmenten, die industrialisierte Arbeit referenzieren, hinterfragt das Projekt die Grenzen zwischen ‚harter‘ und ‚weicher‘, manueller und emotionaler, persönlicher und politischer Arbeit.
Vinay Khare macht in seinem “Digital Compost Lab” digitale Überproduktion und Datenmüll sichtbar und erfahrbar. Durch partizipative Experimente werden digitale Medien transformiert und als Ressource neu gedacht. Das Projekt zeigt die unsichtbaren Spuren digitaler Überproduktion und reflektiert, wie digitale Daten als regenerativer Rohstoff genutzt werden können. Mit analogen Technologien wie Kassetten und Tape-Loops macht Vinay die physischen und zeitlichen Qualitäten von Daten erfahrbar und verbindet analoge und digitale Welten.