Gemeinsam Besen binden.







Anna Hellmuth
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SPACE FOR NARRATIVES
Fotos: Anna Hellmuth / Dominik Antoni Krolikowski
Im Zuge eines Workshops bindeten die Teilnehmenden eigene Besen oder Bürsten im Handeinzugsverfahren. Begleitet wurde der Prozess von einem erfahrenen Besenbinder aus einer Blindenmanufaktur, dessen handwerkliche Expertise eine Perspektive sichtbar macht, die gesellschaftlich häufig wenig Beachtung findet. Der Besen dient dabei als alltägliches Objekt mit symbolischer Bedeutung: Er steht für Arbeit, die meist erst sichtbar wird, wenn sie nicht mehr gemacht wird. Während des gemeinsamen Arbeitens entsteht ein offener Raum für Austausch über Themen wie Unsichtbarkeit von Care-Arbeit, Rollenbilder und gesellschaftliche Strukturen.
Das Projekt richtet sich sowohl an Menschen mit eigenen Care-Erfahrungen als auch an Interessierte am kreativen Prozess und gemeinschaftlichen Arbeiten. Neben der handwerklichen Praxis werden Materialien bewusst gewählt – etwa Restholz oder Naturfasern, um nachhaltige Produktionsweisen und ein stärkeres Materialbewusstsein zu fördern.
Der Workshop versteht sich als Beitrag zu sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitsdiskursen und stellt die Frage, wie wir Produktivität, Wert und Zusammenleben neu denken können. Gleichzeitig fördert das Projekt soziale Nachhaltigkeit, indem es Gemeinschaft stärkt, Wissen teilt und den Teilnehmenden Mut gibt, selbst aktiv zu werden und handwerkliche Prozesse zu verstehen.