Unter dem Titel »ESSEN ESSEN« verbrachte Masatoshi Noguchi drei Monate in Essen/Gelsenkirchen, um ein ortsspezifisches Projekt zu entwickeln, das sich mit dem Zusammenhang zwischen Konsum, Wasserhaushalt und Umweltbewusstsein befasste.
Masatoshi Noguchi
Artist / Designer in Residence Projekt
Fotos: Dominik Antoni Krolikowski, Masatoshi Noguchi, SBYD.SPACE
Er spielte mit der doppelten Bedeutung von »Essen« – sowohl als Stadt als auch als Nahrungsmittel – und reflektierte künstlerisch über menschliche Körperzyklen, ökologische Kreisläufe und die Nutzung von Ressourcen. In Japan ist allgemein bekannt, dass Wassermelonen harntreibende/entgiftende Eigenschaften haben.
Rezept: »Du schwitzt, ich Sorbet« (Wassermelonen-Rosensorbet)
Ertrag:
Ungefähr 1 Liter
Vorbereitungszeit: 15 minutes
Zutaten:
– Kernloser Wassermelonensaft: 1 Liter
– Brauner Zucker: 11 Teelöffel
– Limettensaft: 4 Teelöffel
– Rosenwasser (Chtoura): 11 Tropfen (Rosenwasser hat einen starken Duft, daher sparsam verwenden.)
– Salz: 1/5 – 1/4 Teelöffel
Equipment:
– Mixer
– Sieb
– Eiswürfelformen
Anleitung:
1 – Wassermelonenwürfel glatt pürieren, dann durch ein Sieb streichen, um die Kerne zu entfernen. 1 Liter Saft abmessen.
2 – Braunen Zucker, Limettensaft, Rosenwasser und Salz zum Wassermelonensaft geben. Erneut pürieren, bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat.
3 – Die Mischung in Eiswürfelformen füllen und gefrieren lassen, bis sie fest ist.
4 – Nach dem Einfrieren die Würfel aus den Formen nehmen. In einer Küchenmaschine mixen oder pulsieren, bis eine slushartige, sorbetähnliche Konsistenz entsteht. Sofort servieren.
5 – Optional: Mit frischer Minze, einer Prise Kardamompulver oder etwas mehr Salz oder Rosenwasser garnieren.
Die Arbeit wurde im Rahmen des Gutes Klima Festivals 2025 in Zusammenarbeit mit der Bonnekamp-Stiftung und dem Museum Folkwang auf der Zeche Carl präsentiert.
Diese Residency war Teil von SBYD.SPACE, einem Programm, in dessen Rahmen die Folkwang Universität Stipendien an internationale Künstler*innen und Designer*innen vergibt, die nach Essen eingeladen werden, um dort ihre eigenen Projekte zu realisieren. Im Jahr 2025 wurde die zweite Runde des Programms in Japan angekündigt. In Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang und dem Goethe-Institut Kyoto Villa Kamogawa wurden die thematischen Schwerpunkte entwickelt und die Stipendiat*innen ausgewählt.
»Mit Pflanzen gefärbtes Etui« ist eine Anleitung zum Herstellen eines Etuis aus veganem, mit Färberpflanzen gefärbtem Leder.
Lorena Droste
Fotos: Lorena Droste
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Papierleder ist eine vegane Alternative zu tierischem Leder und lässt sich mit Farbstoffen aus Färberpflanzen individuell einfärben. Diese Pflanzenfarben zeichnen sich durch ihre kräftigen und langlebigen Pigmente aus und wurden über Jahrtausende weltweit zum Färben von Textilien, Lebensmitteln und Kosmetika verwendet. Die Anleitung lädt dazu ein, mit heimischen Färberpflanzen wie Krappwurzel, Birke oder Färberwaid zu experimentieren und neue Farbkombinationen zu entwickeln. Im Unterschied zu synthetischen Farbstoffen, die meist auf Erdöl- oder Kohlebasis hergestellt werden und die Umwelt stark belasten, bieten Naturfarben eine ressourcenschonende und erneuerbare Alternative. Das Projekt verbindet traditionelles Wissen mit zeitgenössischem Design und fördert eine ressourcenschonende Designpraxis.
»Vio« is an experiment in using biologically produced pigments to stain wood.
SPACE FOR BIOMATERIALS
Photos: SBYD, Dominik-Antoni Krolikowski
Bacterial pigments are currently being investigated as potential sustainable alternatives to dyes made from petroleum-derived compounds or heavy metals. Janthinobacterium lividum is a soil-dwelling bacterium that produces a dark-violet-coloured compound called violacein, which has antibacterial, antiviral and antifungal properties. The wood stain for »Vio« was produced by growing Janthinobacterium lividum in a lab, extracting the violacein pigment, and then creating a ethanol-based colour that can be applied to wood.
Der SPACE FOR BIOMATERIALS untersucht biobasierte Alternativen zu erdölbasierten Materialien und fokussiert sich auf deren gestalterische Qualitäten und ökologische Potenziale.
MATERIALPROBEN VON:
SPACE FOR BIOMATERIALS
Zeynep Deliomeroglu
Lars Feller
Riccarda Gumbinger
Paulina Heidlberger
Maja Kaiser
Wiebke Antonia Laumann
Jaqueline Lobodda
Isabel Lorenz
Xenia Martin
Marzieh Mokhtari Baghkomeh
Maximilian Moritz Müller
Gunilla Piltz
Julius Schnettger
Lilli Seiler
Yifei Shi
Fotos: Dominik Antoni Krolikowski
Der SPACE FOR BIOMATERIALS untersucht biobasierte Alternativen zu erdölbasierten Materialien und fokussiert sich auf deren gestalterische Qualitäten und ökologische Potenziale. Durch die Wiederverwendung von Abfällen wie Obst- und Eierschalen oder die Nutzung von Pilzmyzel, Algen und bakteriellen Pigmenten entstehen neue Ästhetiken und Anwendungsmöglichkeiten. Was, wenn ein Produkt nicht darauf ausgelegt ist, lange zu halten, sondern darauf, sich im Laufe der Zeit zu transformieren oder zu zersetzen? Können diese Materialien Unvollkommenheit und Vergänglichkeit zelebrieren und neue Produktionsformen schaffen?
»Eggshell Plant Pot« ist ein biologisch abbaubarer Topf aus weggeworfenen Eierschalen, der dazu entwickelt wurde, den Boden zu bereichern und das Pflanzenwachstum zu fördern, und gleichzeitig Abfall zu reduzieren.
Lilli Seiler
Fotos: Dominik-Antoni Krolikowski
In der Lebensmittelproduktion werden Eierschalen häufig entsorgt, obwohl sie wertvolle Mineralien wie Kalzium sowie Mikronährstoffe wie Kupfer, Eisen und Zink enthalten. Dieses Projekt untersucht auf Eierschalen basierende Biomaterialien und konzentriert sich auf das Recycling von Abfällen in einen geschlossenen Kreislauf. Durch die Verarbeitung von Eierschalen zu biologisch abbaubaren Töpfen mithilfe von Gipsformen können diese Pflanzentöpfe kalziumarme Böden bereichern und damit das Pflanzenwachstum unterstützen.
»Habitat« untersucht Kiefernharz als Bindemittel in Kombination mit kohlenstoffnegativer Biokohle, die durch Pyrolyse aus biogenen Reststoffen gewonnen wird, um ein neues Material zu entwickeln.
»Habitat« untersucht das Material, welches aus der Verbindung von Kiefernharz als Bindemittel in Kombination mit kohlenstoffnegativem Biokohlenstoff, der durch Pyrolyse aus biogenen Reststoffen gewonnen wird. Das Projekt legt den Schwerpunkt auf die Eigenwirksamkeit des Materials und schafft Objekte, die neue Formen des Zusammenlebens und der Interaktion mit anderen Spezies ermöglichen, um eine nachhaltigere und lebenswertere Zukunft zu fördern. Aufgrund ihrer Materialität weisen die Objekte Eigenschaften auf, die lebenden Systemen eigen sind: die Fähigkeit, sich zu verändern, zu verfallen und als Nährstoffe in die Natur zurückzukehren.
Das Projekt wurde im Rahmen des SBYD Designer-in-Residence-Programms entwickelt und 2024 erstmalig auf der Dutch Design Week in Eindhoven ausgestellt.
»Fungiture« erforscht thermisches Pressen als neue Methode zur Verarbeitung von myzelbasierten Materialien im Möbeldesign.
Paulina Heidlberger
Fotos: Lena Zülch, SBYD
Pilze werden dabei als Furnier verwendet und unter Hitze mit Holz verschmolzen, wodurch stabile, homogene und optisch interessante Platten entstehen – ganz ohne Klebstoffe. Der Ansatz hinter »Fungiture« betont neue ästhetische Möglichkeiten und verwandelt jeden Hocker in ein Unikat. Er demonstriert die Verwendung alternativer Materialien und nachhaltiger Methoden in der Möbelproduktion und zielt darauf ab, eine breitere Akzeptanz für diese zu fördern.