Digital Compost Lab

»Digital Compost Lab« denkt digitalen Abfall als kulturellen Kompost und macht Prozesse digitalen Verfalls erfahrbar.

Lorena Droste

Fotos: Dominik-Antoni Krolikowski, Liliana Carls

Entwickelt von Vinay Khare im Rahmen seiner SBYD Tech Residency untersucht das Projekt, wie immaterieller digitaler Verfall greifbar und sinnlich erfahrbar gemacht werden kann – und wie sich daraus eine Kultur des bewussten digitalen Konsums entwickeln lässt. In partizipativen Prozessen werden digitale Medien in sich stetig wandelnde Klanglandschaften, Glitch-Art und medienübergreifende Ausdrucksformen übersetzt. Abfall erscheint dabei nicht als Endpunkt, sondern als Ausgangspunkt neuer Zyklen.

In einer Welt permanenter Produktion hinterlässt digitale Überproduktion unsichtbare, zugleich jedoch wirksame Spuren – von Emissionen durch Serverinfrastrukturen bis hin zu kognitiver Überlastung. Das Projekt bezieht sich auf den Kontrast zwischen der zyklisch organisierten Biosphäre, in der Abfall zu Nährstoff wird, und der weitgehend linear funktionierenden Anthroposphäre, in der sich Produktion anhäuft.

Vor diesem Hintergrund verortet sich das Digital Compost Lab und stellt die Frage, wie digitaler Überschuss in einen regenerativen Prozess überführt werden kann. Durch den Einsatz analoger Technologien wie Kassetten und Tape-Loops sowie historischer technischer Verfahren rückt die Arbeit die physischen und zeitlichen Qualitäten von Daten in den Fokus – Aspekte, die im zeitgenössischen digitalen Alltag häufig übersehen werden. Präsentiert wurde das Projekt im Museum Folkwang.

Diese Residency war Teil von SBYD.SPACE, einem Programm, in dessen Rahmen die Folkwang Universität Stipendien an internationale Künstler*innen und Designer*innen vergibt, die nach Essen eingeladen werden, um dort ihre eigenen Projekte zu realisieren. Die dritte Programmrunde wurde 2025 in Indien ausgeschrieben, in Zusammenarbeit mit dem Museum Folkwang und dem Goethe-Institut Max Mueller Bhavan Bangalore.

SEAPASTA

Algen gelten als einer der vielversprechendsten Rohstoffe der Zukunft – sie wachsen schnell, sind nährstoffreich und nachhaltig.

Arba Shabanaj
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SPACE FOR FOOD

Photo Credits: Dominik Antoni Krolikowski

In einer Zeit, in der globale Nahrungsressourcen knapper und instabiler werden, rücken sie als alternative Quelle zunehmend in den Fokus. Trotzdem sind Algen in der westlichen Esskultur bisher kaum verankert.
Genau hier setzt mein Projekt an: Wie wird aus einem zukunftsweisenden Meeresrohstoff wie Alge ein alltagstaugliches Gericht für den westlichen Geschmack?
Daraus entstand SeaPasta – eine Serie aus Algennudeln, einer passenden Soße und einem wiederverwendbaren Verpackungs- und Etikettensystem. Ziel ist ein stimmiges Gesamterlebnis, das vertraut wirkt und gleichzeitig neue Geschmäcker eröffnet.
Die Algennudeln überzeugen durch ihren Meeresgeschmack, ihre vielfältigen Farben je nach Algensorte und ein Design, das subtil an das Meer erinnert. Eine passende Soße und eine Backmischung auf Algenpulverbasis erweitern die Serie und machen Algen zu einem zugänglichen Bestandteil unserer Ernährung.

ALGINIS

Fruchtgummis auf Algenbasis

Frida Klug
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SPACE FOR FOOD

Photo Credits: Dominik Antoni Krolikowski

Fruchtgummis zählen zu den beliebtesten Süßigkeiten in Deutschland. Algen hingegen sind trotz ihres bemerkenswerten Nährstoffgehalts und ihrer ressourcenschonenden Anbaumöglichkeiten bisher kaum in westlichen Ernährungsgewohnheiten verankert.

Alginis schließen diese Lücke: Die innovativen, veganen Fruchtgummis auf Algenbasis vereinen den beliebten Snack mit den gesundheitlichen Vorteilen von Mikroalgen. So wird der Zugang zu Algen erleichtert und Konsument*innen können leckere und nährstoffreiche Gummibärchen ohne schlechtes Gewissen genießen.
Die Alginis sind in drei Geschmacksrichtungen erhältlich: Apfel-Zitrone, Apfel-Ingwer, Limette-Himbeere. Gesüßt mit Agavendicksaft und mit Fruchtsaft verfeinert, kommen sie vollständig ohne künstliche Zusatzstoffe aus. Für die typische Konsistenz sorgt Agar-Agar, ein pflanzliches Geliermittel aus Algen.
Die enthaltenen Mikroalgen Chlorella und Spirulina liefern wertvolle Nährstoffe wie natürliches Vitamin B12, Eisen, Selen und weitere Spurenelemente – eine gute Ergänzung für eine pflanzlich basierte Ernährung.

Die Varianten lassen sich durch ihre Formen unterscheiden, die von Makroalgen inspiriert sind. Visuell einheitlich in tiefem Schwarz, sind die Alginis etwa 3,5 cm groß und wiegen 1,5 g pro Stück.
Die Verpackung aus Cellophan und bedrucktem Papier ist minimalistisch und schwarz-weiß gestaltet und vollkommen biologisch abbaubar.

PLANTPOP

Wie lassen sich die verborgenen Schätze der Natur für alle erlebbar machen?

Nora Jo Czardybon
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Fotos: Nora Jo Czardybon, Dominik Antoni Krolikowski

Dieses Projekt nähert sich dieser Frage über ein alltägliches Medium: das Essen. 
Genauer gesagt über Eis – ein Genussmittel, das mit Leichtigkeit, Freude und Kindheitserinnerungen verbunden ist. 
So wollte ich Wildkräuter auf eine neue Weise zugänglich machen und zeigen, dass die Natur nicht fern und fremd ist, sondern direkt vor unserer Haustür wächst.

Das Eis ist vegan, regional und hat die Form eines Blattes – als Symbol für seine Herkunft. 
Die verwendeten Kräuter und Blüten eröffnen nicht nur neue Geschmackswelten, sondern machen auch die Vielfalt und Wertschätzung unserer Umgebung sichtbar. 
Es geht also weniger um ein reines Lebensmittel als um ein bewusstes Erlebnis: 
Natur wahrnehmen, wertschätzen und in den Alltag integrieren.

So wird aus einem einfachen Eis ein kleiner Impuls, den Blick für unsere Umgebung zu schärfen – und vielleicht Lust zu machen, selbst auf Entdeckungstour in der Natur zu gehen.

FUNDSTÜCKE

Finden. Pflücken. Snacken.

Yamuna Rösch
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SPACE FOR FOOD

Fotos: Yamuna Rösch, Dominik Antoni Krolikowski

Was oft als störend gilt ist in Wahrheit ein kulinarischer Schatz: Knoblauchsrauke, Große Klette und Brennnessel wachsen wild werden übersehen – und sind voller Geschmack. Die Fundstücke feiern das Unerwartete, das Ungewollte, das Unterschätzte. Inspiriert von mittelalterlichem Gemüse, griechischen Pasteli und japanischen Senbei, sind sie ein herzhaft süßer Gruß aus dem Wildwuchs.

ALGREMA

Können wir uns Algen ernährungstechnisch so annähern, indem wir lernen, nicht nur mit ihrem natürlichen umami-Geschmack zu arbeiten, sondern auch mit ihrem natürlichen Aussehen und ihrer natürlichen Textur?

Mary Ann Evangelista
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SPACE FOR FOOD

Fotos: Dominik Antoni Krolikowski

ALGREMA ist eine Kollektion aus drei Algenpralinen, die eine gesunde und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Pralinen aus Schokolade bietet. Die Pralinen stellen dabei die natürliche Erscheinung der Braunalge Kombu in den Mittelpunkt, die in drei verschiedenen Zuständen vorkommt: gebraten, eingekocht und frisch getrocknet. Als geschmacklicher und visueller Kontrast dient die lilafarbene Yamswurzel Ube, die eine cremige Süße beiträgt. Grün-braune Kombu-Streifen treffen auf geometrisch geformte Ube-Körper. Süße und Umami, Zähes und Cremiges stehen im kulinarischen Wechselspiel zueinander. Ausgewählte Gewürze und Toppings verleihen ALGREMA 1, 2, 3 ihren persönlichen Charakter.

Ergänzt wird die Kollektion durch drei eigens gestaltete Essbestecke namens ESSMUSCHEL, dessen Formgebung von Austernschalen inspiriert ist. Durch dieses tief gezogene Essbesteck ist es möglich, Kombu-Sud zu den Algenpralinen zu verspeisen.

ALGREMA. Algenpralinen aus Kombu und Ube.

GREEN GROW 4000

Der »Green Grow 4000« ist ein Photobioreaktor für die Fensterbank, der die tägliche Gewinnung einer Tagesdosis von frischen Spirulina-Algen ermöglicht.

Lina Walter
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SPACE FOR FOOD

Fotos: Dominik Antoni Krolikowski, Lina Walter

Der analoge Aufbau reduziert sich auf die wesentlichen Funktionen, die für das Wachstum der Mikroalgen notwendig sind. Das Sonnenlicht liefert die notwendige Energie für die Photosynthese, während das manuelle Umrühren des Nährmediums für die notwendige Sauerstoffzufuhr sorgt, sodass der Reaktor vollständig ohne Elektronik auskommt.

Im Zentrum steht ein geschlossener Kreislauf, der die Algenzucht, Ernte und Rückführung des Nährmediums verbindet. Über einen Syphoneffekt wird das Nährmedium aus dem Glasbehälter in einen herausnehmbaren Edelstahlfilter mit 300 Mesh geleitet. Die Algen werden dabei vom Nährmedium getrennt und das anschließend aufgefangene Medium wird zum Wachstumsbehälter zurückgeführt, sodass das kontinuierliche Wachstum neuer Algen ermöglicht wird.

Die Konstruktion aus Glas, Edelstahl und PETG ist modular aufgebaut und lässt sich durch Steckverbindungen leicht reinigen und reparieren. Das klare, gradlinige Design stellt die Spirulina-Alge als lebendiges Lebensmittel ins Zentrum.

Spirulina enthält wertvolle Proteine, Vitamine, Mineralstoffe und Chlorophyll. In frischer Form bleiben diese Nährstoffe besonders gut erhalten, während der leicht nussige Geschmack und die cremige Textur der intensiv grünen Spirulinaalge ein zusätzliches sensorisches Erlebnis bieten. So ermöglicht der Green Grow 4000 eine einfache und nachhaltige Kultivierung von Mikroalgen im Alltag.

Mit Pflanzen gefärbtes Etui

»Mit Pflanzen gefärbtes Etui« ist eine Anleitung zum Herstellen eines Etuis aus veganem, mit Färberpflanzen gefärbtem Leder.

Lorena Droste

Fotos: Lorena Droste

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Papierleder ist eine vegane Alternative zu tierischem Leder und lässt sich mit Farbstoffen aus Färberpflanzen individuell einfärben. Diese Pflanzenfarben zeichnen sich durch ihre kräftigen und langlebigen Pigmente aus und wurden über Jahrtausende weltweit zum Färben von Textilien, Lebensmitteln und Kosmetika verwendet. Die Anleitung lädt dazu ein, mit heimischen Färberpflanzen wie Krappwurzel, Birke oder Färberwaid zu experimentieren und neue Farbkombinationen zu entwickeln. Im Unterschied zu synthetischen Farbstoffen, die meist auf Erdöl- oder Kohlebasis hergestellt werden und die Umwelt stark belasten, bieten Naturfarben eine ressourcenschonende und erneuerbare Alternative. Das Projekt verbindet traditionelles Wissen mit zeitgenössischem Design und fördert eine ressourcenschonende Designpraxis.

Ignite the Light

»Ignite the Light« ist eine interaktive Lampe, die an die ursprüngliche Form menschlicher Lichtproduktion erinnert: das Feuer.

Maike Burghoff

Fotos: Dominik-Antoni Krolikowski

»Ignite the Light« ist eine interaktive Lampe, die an die ursprüngliche Form menschlicher Lichtproduktion erinnert: das Feuer. Ähnlich wie bei einer Feuerbohrung wird ein Holzstab zwischen den Händen gedreht, wodurch Energie in Licht umgewandelt wird. Zunächst erscheint ein schwaches rotes Glühen, das mit fortgesetzter Rotation allmählich zu einem hellen, warmen weißen Licht wird. Etwa eine halbe Minute Drehzeit reicht aus, um die Lampe mit genug Energie für 30 Minuten Licht zu versorgen. Sobald die gespeicherte Energie aufgebraucht ist, erlischt das Licht, wodurch der Prozess der Energieerzeugung und -nutzung greifbar wird.

Bike Generator

Der »Bike Generator«, gebaut von Folkwang-Studierenden unter der Anleitung von Kris De Decker und Marie Verdeil vom Low-tech Magazine, ist ein menschlich betriebenes Energiesystem, das durch Treten Strom erzeugt. 

LOW-TECH MAGAZINE:
Kris De Decker
Marie Verdeil

FOLKWANG STUDIERENDE:
Maike Burghoff
Sangwoo Cheon
Riccarda Gumbinger
Leonie Kohlenbach
Joshua Lefnaer
Marzieh Mokhtari Baghkomeh
Nick Ruppel
Yifei Shi

Fotos: Dominik-Antoni Krolikowski

Das Projekt verfolgt das Ziel, umweltfreundliche und nachhaltige Low-Tech-Lösungen voranzubringen und zugleich zum Nachdenken sowie zum Austausch über Energieverbrauch und -gewinnung anzuregen.

Das Vorderrad des Fahrrads ist mit einem Generator verbunden, der verschiedene elektronische Geräte mit Strom versorgen kann. In der SBYD-Ausstellung auf der Dutch Design Week war es mit einem Neonschild über dem Eingang der Ausstellung verbunden, dass die Besucher durch Treten mit Energie versorgen und so zum Leuchten bringen konnten.

Eggshell Plant Pot

»Eggshell Plant Pot« ist ein biologisch abbaubarer Topf aus weggeworfenen Eierschalen, der dazu entwickelt wurde, den Boden zu bereichern und das Pflanzenwachstum zu fördern, und gleichzeitig Abfall zu reduzieren.

Lilli Seiler

Fotos: Dominik-Antoni Krolikowski

In der Lebensmittelproduktion werden Eierschalen häufig entsorgt, obwohl sie wertvolle Mineralien wie Kalzium sowie Mikronährstoffe wie Kupfer, Eisen und Zink enthalten. Dieses Projekt untersucht auf Eierschalen basierende Biomaterialien und konzentriert sich auf das Recycling von Abfällen in einen geschlossenen Kreislauf. Durch die Verarbeitung von Eierschalen zu biologisch abbaubaren Töpfen mithilfe von Gipsformen können diese Pflanzentöpfe kalziumarme Böden bereichern und damit das Pflanzenwachstum unterstützen.

Pulp Moulding from Batch Size 1

Faserguss, der Prozess, der zur Herstellung von Produkten wie Eierschachteln verwendet wird, ist eine dreidimensionale Papierherstellungstechnik, die in der Regel auf die großindustrielle Produktion beschränkt ist.

Max Popp

Fotos: Emmélie Lempert, Theo Winter, SBYD

Faserguss, der Prozess, der zur Herstellung von Produkten wie Eierschachteln verwendet wird, ist eine dreidimensionale Papierherstellungstechnik, die in der Regel auf die großindustrielle Produktion beschränkt ist. »Pulp Moulding from Batch Size 1« stellt ein Open-Source-Werkzeug vor, das entwickelt wurde, um Faserguss im nichtindustriellen Bereich zu ermöglichen, indem kostengünstige 3D-gedruckte Mesh-Werkzeuge verwendet werden. Wasser wird durch das Netz gezogen, wobei die Fasern des Pulps zurückbleiben und eine feste Schicht bilden. Durch die praktische Anwendung veranschaulicht das Werkzeug nicht nur den Prozess, sondern dient auch als Plattform für Experimente mit anderen biobasierten Materialien und nachhaltigen Beschichtungen, die als Alternativen zum Faserguss mit Papier eingesetzt werden können.

A Window Seat and the South Seas

»A Window Seat and the South Seas« ist eine Design-Intervention, die von einem defekten Heizungsregler an der Folkwang Universität der Künste inspiriert wurde.

Moritz Gremm

Fotos: Dominik Antoni Krolikowski, Moritz Gremm

Seit mehreren Jahren läuft diese Heizung auf der höchsten Stufe, wobei Reparaturversuche erfolglos blieben. Das Projekt nutzt die überschüssige Wärme und lenkt die Aufmerksamkeit auf diese Situation, indem es den Raum neben der Heizung in einen Ort verwandelt, an dem man Zeit verbringen kann – auf einer Bank, die von historischen Fenstersitzen inspiriert ist, oder auf einem Kissen neben einer textilen Palme, die an einen tropischen Urlaub erinnert. Zusammengekauert gegen die Heizung, schweifen die Gedanken in die Ferne – ganz wie beim Blick aus dem Fenster oder beim Liegen am Strand.

[Un]shine

»[Un]shine« ist eine nachfüllbare Ölkerze, die mit wiederverwendetem Speiseöl befüllt werden kann und so Abfall in eine wertvolle Ressource verwandelt.

Lorena Droste

Fotos: Dominik-Antoni Krolikowski, Liliana Carls

In der EU werden jährlich durchschnittlich zwei Kilogramm Kerzen pro Person verbrannt, während im Durchschnitt 15 Kilogramm Speiseöl verwendet werden, von dem ein Großteil nach dem Kochen entsorgt wird.

»[Un]shine« nutzt diesen Abfall und bietet eine Alternative zu fossilen Paraffinkerzen. Die Kerze ist so gestaltet, dass sie auf subtile Weise warmes Licht in jeden Raum bringt. Auch ohne brennende Flamme bleibt sie ein elegantes Objekt und regt zu einem Umdenken hin zu nachhaltigeren Beleuchtungslösungen an.

LRA.01

»LRA.01« (vom deutschen Begriff »Lötrauchabsaugung«) ist ein Lötrauchabsauger, der darauf ausgelegt ist, Arbeitssicherheit zugänglicher zu machen.

Lucas Dieckmann

Fotos: Julius Barghop, SBYD

»LRA.01« (vom deutschen Begriff »Lötrauchabsaugung«) ist ein Lötrauchabsauger, der darauf ausgelegt ist, Arbeitssicherheit zugänglicher zu machen. Löten setzt schädliche Dämpfe frei, und Sicherheitsrichtlinien schreiben Absauganlagen vor, die jedoch oft kostspielig sind. Die »LRA.01« löst dieses Problem, indem sie Standardteile und -materialien aus der Gebäudetechnik verwendet, um die Kosten zu senken. Sie vermeidet teure Formen, indem sie Blech mit Sanitärtechniken bearbeitet, was sie erschwinglich macht. Dank der einfachen Reparatur und der Verfügbarkeit von Ersatzteilen minimiert sie sowohl Investitions- als auch Wartungskosten und ermöglicht es mehr Menschen, sicher und kostengünstig zu löten.

Cracker

»Cracker« ist ein Möbelstück, das beschädigte Spanplatten wiederverwendet und so ihren Lebenszyklus verlängert. 

Debora Weusthof

Fotos: Debora Weusthof, SBYD

Spanplatten finden in vielen Bereichen Anwendung, doch Schäden an der Furnierschicht führen oft dazu, dass sie ersetzt und entsorgt werden. »Cracker« rettet diese Platten, indem die beschädigte Schicht entfernt und die Platte mithilfe einer CNC-Fräse in neue Formen bearbeitet wird. Der Fräsprozess erzeugt eine wellenartige Struktur, die etwaige Schäden an der ursprünglichen Platte verbirgt. Die fertige Oberfläche weist auf beiden gegenüberliegenden Seiten die gleiche Struktur und die gleichen Abmessungen auf, sodass mehrere Teile miteinander verbunden und nahtlos gestapelt werden können.

re:source

»Re:source« ist ein Projekt, bei dem es um die Weiternutzung von Elektronikkomponenten aus E-Altgeräten in neu gestalteten funktionalen Produkten geht. 

Robert Schnüll

Artist/Designer in residence project

Fotos: SBYD

Mit Hilfe einer Datenbank, in der die Bauteile von existierenden E-Geräten verzeichnet sind, kann bereits im Designprozess der Einsatz dieser gebrauchten Komponenten mitgedacht werden. Der ressourcenschonende, zirkuläre Designansatz von »re:source« stellt konventionelle Designprozesse und die Ästhetik des Neuen infrage. »Re:source« nutzt ausrangierte elektronische Bauteile für neue Produkte. Die einzelnen Bauteile der unterschiedlichen Spendergeräte beeinflussen so deren spezifische individuelle Formgebung und hinterfragen so konventionelle Designprozesse. Anhand einer Serie von Kaffeemühlen, die auf diese Weise gestaltet wurden, kann der zirkuläre Designprozess und dessen spezifischer Formgebungsprozess nachvollzogen werden.

Das Projekt wurde im Rahmen des SBYD Designer-in-Residence-Programms entwickelt und 2024 erstmalig auf der Dutch Design Week in Eindhoven ausgestellt.

Shroom

»Shroom« ist ein Indoor-Pilzgarten, der eine einfache und ästhetisch ansprechende Möglichkeit bietet, Löwenmähnenpilze zu Hause anzubauen.

Paul Hartmann

Fotos: Paul Hartmann, SBYD

Die Löwenmähnenpilze, die für ihre vielseitige Textur und ihren Geschmack bekannt sind, stellen eine ausgezeichnete Alternative zu Fleisch oder Meeresfrüchten dar. Der Anbau zu Hause reduziert nicht nur den Bedarf an Transport und Verpackung, sondern hat auch einen geringeren CO2-Fußabdruck im Vergleich zum Konsum von Fleisch oder Meeresfrüchten. »Shroom« bietet eine wiederverwendbare, visuell ansprechende Alternative zu Plastik-Wachstumsbeuteln und soll Menschen über den heimischen Pilzanbau aufklären und dazu anregen.

Fungiture

»Fungiture« erforscht thermisches Pressen als neue Methode zur Verarbeitung von myzelbasierten Materialien im Möbeldesign.

Paulina Heidlberger

Fotos: Lena Zülch, SBYD

Pilze werden dabei als Furnier verwendet und unter Hitze mit Holz verschmolzen, wodurch stabile, homogene und optisch interessante Platten entstehen – ganz ohne Klebstoffe. Der Ansatz hinter »Fungiture« betont neue ästhetische Möglichkeiten und verwandelt jeden Hocker in ein Unikat. Er demonstriert die Verwendung alternativer Materialien und nachhaltiger Methoden in der Möbelproduktion und zielt darauf ab, eine breitere Akzeptanz für diese zu fördern.